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Buch "Vom Wunsch zur Wirklichkeit"
von Thomas Eigner MA
Lebensveränderung, ganzheitliche Gesundheit & Potentialentfaltung

20. Fragen nach dem "Warum?"

1977 führte die Harvard-Psychologin Ellen Langer ein aufsehenerregendes Experiment durch. Sie untersuchte in einer Bibliothek das Verhalten von Menschen, die in einer langen Schlange vor einem Kopiergerät warteten. Dazu stellte sich ein Forscher in der Schlange mit den anderen Wartenden an.

Im ersten Versuch sollte er eine Frage ohne Begründung stellen: „Entschuldigung, ich habe nur diese wenigen Seiten zu kopieren. Darf ich bitte vor?“ Daraufhin ließen ihn rund 60 % der Wartenden vor. Im zweiten Versuch sollte er eine Frage mit Begründung stellen: „Entschuldigung, ich habe nur diese wenigen Seiten zu kopieren. Darf ich bitte vor, denn ich habe es sehr eilig?“ Daraufhin ließen ihn unglaubliche 94 % der Wartenden vor – einfach nur, weil er ihnen eine Begründung, ein „Warum“, lieferte.

Das war jedoch noch nicht das Erstaunlichste. In einer dritten Runde sollte er nämlich noch einen letzten Versuch starten, diesmal mit einer völlig unsinnigen Begründung: „Entschuldigung, ich habe nur diese wenigen Seiten zu kopieren. Darf ich bitte vor, weil ich kopieren möchte?“ Auch hier ließen ihn überraschende 93 % (!) aller Wartenden in der Schlange vor, obwohl er ihnen als Begründung nur das geliefert hatte, was sie ohnehin selbst wollten: kopieren.

Buch - Thomas Eigner MA

Zugegeben, der dritte Teil dieses Experiments brachte wirklich eine überraschende Wendung, nicht wahr? Hier zeigte sich, dass eine Begründung zwar sehr wichtig, deren Inhalt jedoch nahezu irrelevant ist. Die Leute wollen offenbar einfach hören, dass es einen Grund für Deine Bitte gibt, aber nicht welchen. Diese Erkenntnis ließe sich nun auf vielfältige Weise im Alltag anwenden.

Für unsere Arbeit am ganzheitlichen Erfolg zählt aber besonders der zweite Teil des Experiments, nämlich das konkrete „Warum“. Wir wollen uns selbst gegenüber begründen, weshalb uns eine bestimmte Zielerreichung wichtig ist. Dies hat einen aufdeckenden Charakter und hilft somit dabei, die wirkliche, hinter dem Wunsch liegende Motivation zu ergründen. Ebenso lässt es unsere Fantasie schon in Richtung des bereits erfüllten Zieles wandern. Du kannst damit zudem noch genauer ergründen, was Du dadurch verändert haben möchtest und was stattdessen in Dein Leben treten soll.

Eine der seltenen guten Gelegenheiten, das Wörtchen „Warum“ in der Kommunikation zu verwenden, ist hier bei der Zielfestlegung. Wenn Du Deinen Gesprächspartnern im Alltag nämlich Warum-Fragen stellst, bringt sie das unter Rechtfertigungsdruck, der Widerstände und Blockaden im Gespräch auslösen kann. Vermeide in der Alltagskommunikation deshalb bitte möglichst Warum-Fragen. Hier in diesem Abschnitt wollen wir das „Warum“ aber absichtlich einsetzen. Du sollst Dir selbst gegenüber in eine Rechtfertigungshaltung kommen.

Wenn Du Dir zum Beispiel eine Partnerschaft nur aus dem Grund wünschst, nicht mehr alleine zu sein, erzeugt dies bei Dir in weiterer Folge möglicherweise Angst vor dem Verlust des Partners und Eifersucht. Durch diese Angst fokussierst Du wiederum auf sie und ziehst sie dadurch erst recht an. In diesem Fall gilt es zuerst zu ergründen, was Du Dir von einem Partner überhaupt wünschst und erwartest. Ergründe zudem für Dich: Kannst Du Dich selbst lieben? Kannst Du auch mit Dir alleine glücklich sein? Genügst Du Dir selbst? Denn wenn das nicht so ist und Du das alles von Deinem Partner erwartest, machst Du Dich von ihm abhängig und Du setzt ihn großem Druck aus. Unzufriedenheit auf beiden Seiten und ein Scheitern der Beziehung sind vorprogrammiert.

Wenn Du schon etliche Ziele erfolgreich umgesetzt hast, wird dieser Schritt, also das Fragen nach dem „Warum“, für Dich kaum mehr notwendig sein. Wenn Du zudem in Deiner persönlichen Wahrnehmung ohnehin bereits sehr gut geübt bist, kannst Du auch in Dich gehen, Dir Dein bereits erreichtes Ziel vorstellen und dabei wahrnehmen: „Ist dieses Ziel stimmig für mich?“ Dies ersetzt ebenfalls das Fragen nach dem „Warum“.

Gehe zum Üben des „Warum“ bitte wie folgt vor:

  1. Hinterfragen: Überprüfe nun erneut, ob Dein Ziel grundsätzlich, aber auch in der Art Deiner Formulierung, zu Dir passt. Frage dabei Schritt für Schritt: „Warum möchte ich das Ziel erreichen?“, „Warum noch?“, „Warum noch?“, „Warum noch?“ Schreibe Deine Antworten auf und wiederhole die Fragestellungen so lange, bis Dir absolut kein Grund mehr einfällt.

  2. Antworten analysieren: Überprüfe nun Deine Antworten. Sind überwiegend Hin-zu-Motive zu finden und ist klar ersichtlich, dass Du das Ziel wirklich hauptsächlich für Dich selbst erreichen willst? Falls nein, gehe bitte noch einmal in Dich und frage Dich erneut, ob das Ziel so für Dich stimmig ist.

 

„Ganzheitlicher Erfolg erfordert ein genaues Ergründen der eigenen Ziele und Wünsche.“

 

Setze um: Notiere hier bitte Deine Antworten auf die Warum-Fragen zu Deinem Ziel. Markiere besonders die „Weg-von“-Motive und jene Antworten, bei denen Du merkst, das Ziel auch für andere erreichen zu wollen. Dies sollte Dir hier zumindest bewusst werden.

Möchtest Du persönliche Unterstützung erhalten? Vereinbare gerne gleich einen Beratungstermin mit mir. (Kontakt zur Terminvereinbarung)

 

Viel Erfolg! Herzlichst,

Thomas Eigner (über den Autor)

Experte für Lebensveränderung, ganzheitliche Gesundheit und Potentialentfaltung

Vom Wunsch zur Wirklichkeit
Glück und Erfolg in allen Lebensbereichen erlangen

Buch - Thomas Eigner MA

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