Buch "Seelenweisheit unserer Wurzeln"
von Thomas Eigner MA – Tiefenpsychologie, emotionale Freiheit & die Kraft alter Mythen
Ausführliche Leseprobe zum aktuellen Buch
Liebe Leserin, lieber Leser,
ich freue mich sehr, dass Sie sich zum Lesen dieses Buches entschieden haben. Es soll Sie auf Ihrem Weg zu mehr emotionaler Freiheit, tiefer Erdung und innerer Klarheit begleiten. Die vorgestellten alten Mythen, tiefenpsychologischen Erkenntnisse und praxisnahen Übungen werden Sie dabei unterstützen, unbewusste Schutzpanzer mutig abzulegen, den modernen Leistungsdruck hinter sich zu lassen und wieder zu Ihrer wahren, authentischen Natur zurückzufinden.
Mein Name ist Thomas Eigner. Ich wurde 1980 in Österreich geboren und begleite seit dem Jahr 2000 Menschen auf ihrem persönlichen Entwicklungsweg. Im Rahmen von Psychotherapie, Coaching, Supervision und Mentaltraining durfte ich in den vergangenen Jahren hunderte Menschen dabei begleiten, emotionale Erschöpfung und Fremdbestimmung aufzulösen, neue Perspektiven zu gewinnen und zu sich selbst zu finden.

Die Erfahrung aus vielen tausend Beratungsstunden sowie umfangreiche Aus- und Weiterbildungen bilden die Grundlage meiner Arbeit. Ich berate Menschen persönlich in Wien, im südlichen Niederösterreich und im Burgenland sowie online auf der ganzen Welt. Weitere Informationen zu meiner Person und meinen Tätigkeitsfeldern finden Sie unter "Über Mich".
Mein persönliches Motto lautet: „HEUTE ist mein bester Tag!“ Es erinnert mich täglich daran, jeden neuen Tag bewusst, authentisch und fernab des ständigen Optimierungsdrucks zu gestalten. Zu dieser Haltung möchte ich auch Sie mit diesem Buch einladen. Ich wünsche Ihnen eine faszinierende Reise zu sich selbst, heilsame Impulse und den Mut, Ihre eigene Geschichte neu zu schreiben – mit den „Seelenweisheiten unserer Wurzeln“.
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Viel Erfolg und tiefgreifende Erkenntnisse! Herzlichst,
Thomas Eigner (über den Autor)

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Vorwort: Die Weisheit direkt vor unserer Tür
Wir leben in einer Gesellschaft, die pausenlos funktioniert. Wir optimieren unseren Alltag, analysieren unsere Fehler und versuchen, unser komplexes Leben mit reiner Willenskraft und Verstand zu steuern. Doch wenn die wirklichen Krisen anklopfen – tiefe Erschöpfung, zermürbendes Gedankenkreisen, Schicksalsschläge –, spüren wir oft, dass unser rationaler Intellekt nicht ausreicht. Wir brauchen eine Sprache, die tiefer reicht.
Auf der Suche nach dieser Tiefe schweift unser Blick heute fast automatisch in die Ferne. Wir suchen nach innerem Frieden in den Lehren der indischen Yogis, erhoffen uns Erleuchtung von alten chinesischen Weisheiten oder reisen in Gedanken zu den Schamaninnen und Schamanen Südamerikas, um seelische Heilung zu finden. All das sind unbestritten wertvolle Traditionen, doch wahr ist auch: Wir müssen nicht auf einen anderen Kontinent blicken, um Antworten auf die drängenden Fragen unserer Seele zu finden.
Die tiefsten psychologischen Wahrheiten liegen direkt vor unserer eigenen Haustür. Bevor es die moderne Psychologie gab, nutzten unsere Vorfahren hier in Europa Mythen und Sagen, um die Architektur der menschlichen Psyche zu erklären. Von den rauen Küsten des Nordens über die dichten kontinentalen Wälder bis hin zu den stillen Tälern der Alpen verbirgt sich ein uraltes, kraftvolles Wissen. Diese Geschichten erzählen nicht einfach von Sagengestalten. Sie sind zeitlose, kraftvolle Metaphern für das Bewältigen unserer Herausforderungen.
Dieses Buch übersetzt diese archaischen Seelenweisheiten unserer eigenen Wurzeln in unseren modernen Alltag. Es nimmt dich mit auf eine Entdeckungsreise zu dir selbst – weg von der ständigen Selbstoptimierung, hin zu echter, unerschütterlicher innerer Klarheit.
Wie du das Buch liest
Jedes der zwölf Kapitel in diesem Buch ist exakt gleich aufgebaut, um dich sicher und strukturiert durch den Prozess der inneren Alchemie zu führen.
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Die einleitende Geschichte: Wir beginnen stets mit einem alten Mythos, der tiefen Metapher. Lass dieses Bild wie ein Gemälde auf dich wirken, ohne es sofort rational greifen zu wollen.
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Die Entschlüsselung der Symbole: Hier sind Erklärungen zu der vorangegangenen Geschichte gegeben, um zu einem tieferen Verständnis beizutragen.
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Die Metaphern für die Seele: Hier übersetzen wir die alten Symbole in die Sprache der modernen Psychologie. Du wirst erkennen, welchen Teil deines eigenen Innenlebens die Geschichte spiegelt.
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Die Lehrgeschichte für deinen Alltag: Wir spannen den Bogen in das Hier und Jetzt und betrachten, wie genau dieses mythische Muster deine heutigen Konflikte, Beziehungen und Entscheidungen prägt.
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Die Praxis-Übung: Erkenntnis allein reicht nicht. Jedes Kapitel endet mit konkreten, alltagstauglichen Schritten, um die gewonnene Weisheit spürbar in dein Leben zu integrieren.
Du musst die Kapitel nicht chronologisch lesen. Blättere durch die Seiten und beginne dort, wo eine Geschichte intuitiv am stärksten mit dir in Resonanz geht.
10. Kapitel: Askeladden - Die verborgene Kraft der Neugier und Leichtigkeit
„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist,
und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“
Friedrich Schiller
In den alten skandinavischen Märchen und Mythen gibt es eine Figur, die das klassische, kriegerische Heldenbild völlig auf den Kopf stellt: Askeladden (der Aschenbursche). Die Legende erzählt von drei Brüdern, die in die weite Welt hinauszogen, um eine Reihe scheinbar unmöglicher Aufgaben des Königs zu lösen. Wer es schaffte, die gewaltige, lichtraubende Eiche im Schlosshof zu fällen und einen Brunnen in den harten Fels zu graben, sollte die Prinzessin gewinnen und das halbe Königreich erben.
Seine Brüder, Per und Pål, waren der Inbegriff von Effizienz und eiserner Disziplin. Sie waren ehrgeizig, ernsthaft, stark und hatten ihr Ziel starr fokussiert. Auf ihrem eiligen Weg zum Schloss ignorierten sie alles, was nicht unmittelbar ihrem ehrgeizigen Zweck diente. Sie überhörten die seltsamen, leisen Geräusche im Wald, sie wiesen alte, bedürftige Frauen am Wegesrand ungeduldig ab und lachten über alles, was ihnen kindisch, verspielt oder unproduktiv erschien. Sie wollten einfach nur siegen.
Askeladden, der Jüngste, war völlig anders. Er verbrachte seine Zeit oft verträumt am heimischen Kaminfeuer und stocherte scheinbar ziellos in der Asche. Auf der Reise mit seinen Brüdern ließ er sich ununterbrochen ablenken. Zuerst hörte er ein gedämpftes Hämmern tief im Wald, verließ den geraden Weg und fand eine magische Axt, die von selbst Holz hackte. Später vernahm er ein unermüdliches, rhythmisches Schürfen und Graben in der Erde. Erneut ging er dem Geräusch nach und entdeckte einen magischen Spaten, der ganz von allein den harten Boden aushob. Schließlich folgte er einem sanften Plätschern und fand einen winzigen Wasserlauf, der aus einer unscheinbaren Walnussschale entsprang – und nahm diese einfach mit, weil ihn das Phänomen faszinierte.
Seine Brüder verspotteten ihn unermüdlich für diese unnützen, zeitraubenden Umwege. Doch als sie vor dem König standen, scheiterten Per und Pål kläglich. Der starre Fokus und die bloße Muskelkraft der älteren Brüder reichten nicht aus – jeder normale Axtschlag ließ die magische Eiche des Königs nur noch dicker und widerstandsfähiger nachwachsen. Askeladden hingegen trat ohne jede Verbissenheit vor. Er zog genau jene magischen, vermeintlich sinnlosen Gegenstände aus seiner Tasche, die er auf seinen verspielten Umwegen gesammelt hatte. Die Zauberaxt fällte den unbesiegbaren Baum, der Spaten grub in den Fels, und das Wasser aus der Walnussschale füllte den Brunnen. Askeladden löste alle Aufgaben mit spielerischer Leichtigkeit und gewann das Königreich.
Die Entschlüsselung der Symbole
Die Figur des Askeladden (der „Aschenbursche“) ist der berühmteste Held der norwegischen Volksmärchen und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts (ab 1841) von den Sammlern Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe schriftlich festgehalten. Für uns ist dieser von seiner Familie belächelte, scheinbar faule Träumer am Herdfeuer tiefenpsychologisch enorm inspirierend, weil er die Kraft der Neugier und des unkonventionellen Denkens verkörpert: Die Geschichte entlarvt den Irrglauben, dass man das Leben mit Verbissenheit und blindem Ehrgeiz erzwingen muss, und zeigt auf, dass wahre Lösungen oft in der spielerischen Achtsamkeit, der Offenheit für das Unscheinbare und dem Vertrauen in den völlig eigenen Rhythmus liegen.
Die älteren Geschwister (Per und Pål)
Sie stehen für unseren strengen, rein leistungsorientierten und durchgetakteten Verstand. Es ist jener Anteil in uns, der auf absolute Effizienz getrimmt ist, der das Leben wie eine Checkliste abarbeitet, keinen Raum für (eventuell bereichernde) Ablenkung lässt und sich durch einen starren, humorlosen Tunnelblick auszeichnet.
Askeladden (Der Aschenbursche)
Er symbolisiert unser inneres Kind, unsere Intuition und den sogenannten Anfängergeist. Es ist die Erlaubnis zur Leichtigkeit, zur spielerischen Neugier und zu Handlungen, die keinen direkten Zweck erfüllen und keinen sofortigen Ertrag abwerfen müssen.
Die undurchdringliche Eiche
Der Baum, der bei jedem gewaltsamen Schlag dicker wird, ist das Sinnbild für komplexe Lebenskrisen und psychische Blockaden. Sie lassen sich nicht mit reiner Willenskraft und Härte aus dem Weg räumen. Je mehr Druck wir aufbauen, desto massiver wird der innere Widerstand.
Die magischen Fundstücke
Diese Gegenstände repräsentieren unsere scheinbar „nutzlosen“ Talente, unsere Hobbys und unsere kreativen Ressourcen. Es ist das emotionale Wissen, das wir abseits des strikten Karriereweges aufsammeln und das uns in unvorhersehbaren Krisen plötzlich rettet.
Die Metaphern für die Seele
Unsere moderne Leistungsgesellschaft erzieht uns unerbittlich dazu, wie Per und Pål zu werden. Wir sollen unseren Lebenslauf geradlinig aufbauen, Umwege rigoros vermeiden und unsere gesamte Energie stets auf das nächste, messbare Ziel fokussieren:
Der Tunnelblick der Effizienz
Alles, was nicht der direkten Selbstoptimierung oder dem beruflichen Aufstieg dient, wird heute schnell als Zeitverschwendung abgetan. Wir verlernen das freie, absichtslose Spielen. Wir lesen nur noch Fachliteratur, um schlauer zu funktionieren, und wir absolvieren Sportprogramme, um unsere Körper zu optimieren – aber wir tun kaum noch etwas, einfach nur, weil wir kindliche Freude daran haben.
Das Scheitern der reinen Willenskraft
Diese eiserne Geradlinigkeit führt geradewegs in die psychologische Erstarrung. Wer ununterbrochen nur auf das Ziel starrt, verliert die Fähigkeit, in Krisen zu improvisieren. Wenn im Leben dann die „unmöglichen Aufgaben“ auftauchen – wie eine tiefgreifende Lebenskrise, ein unvorhersehbarer Verlust oder eine innere Leere –, stehen wir mit unserer reinen Willenskraft vor der dicken Eiche und scheitern. Der Verstand hat keine Lösungen für komplexe seelische Probleme.
Die heilsame Macht des Aschenburschen
In diesen Momenten der Erstarrung brauchen wir den inneren Askeladden. Wir brauchen genau jene Kreativität, jene Intuition und jene unkonventionellen Werkzeuge, die wir nur dann finden, wenn wir uns erlauben, ab und zu den strikt kontrollierten Weg zu verlassen. Wir müssen dem Unbekannten wieder mit Neugier begegnen, statt mit einem strengen Plan.
Die Lehrgeschichte für deinen Alltag
Sehr viele Menschen geraten in eine tiefe emotionale Erschöpfung, nicht etwa, weil sie nicht stark genug wären, sondern weil sie viel zu lange wie Per und Pål agiert haben. Sie sind mit dem Kopf durch die Wand gerannt, haben auf jeden Funken Leichtigkeit verzichtet und sind irgendwann an der reinen, unbarmherzigen Härte ihres eigenen Lebensentwurfs zerbrochen.
Heilung bedeutet in der therapeutischen Arbeit oft, den strengen, erwachsenen Antreiber in sich ein Stück weit zu entmachten und den Aschenburschen wieder an das Steuer zu lassen. Menschen blühen auf, wenn sie anfangen, Dinge zu tun, die absolut keinen monetären oder lebenslauftechnischen Ertrag haben, jedoch einer inneren Sehnsucht, dem Weg des Herzens oder der Freude des Hier-und-Jetzt entspringen. Jemand, der in einer Lebenskrise steckt und plötzlich anfängt, völlig ohne Ehrgeiz und besonderem Ziel Aquarelle zu malen, stundenlang durch den Wald zu streifen oder sich für Sternenbilder zu interessieren, sammelt magische Werkzeuge. Diese vermeintlich nutzlosen Umwege sind es, die das chronisch angespannte Nervensystem beruhigen, völlig neue Perspektiven „out of the Box“ eröffnen und am Ende genau jene unkonventionellen Lösungen liefern, die der starre Verstand niemals gefunden hätte.
Praxis-Übung
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Den Tunnelblick brechen: Überprüfe deinen Alltag schonungslos. Wie viele der Dinge, die du täglich tust, absolvierst du ausschließlich, um ein bestimmtes, nützliches Ziel zu erreichen? Wo herrscht absoluter Leistungsdruck? Erkenne den inneren „Per und Pål“, der dir verbieten will, Zeit zu „verschwenden“.
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Das absichtslose Stochern in der Asche: Versuche, in der kommenden Woche einen kleinen Teil deiner Zeit bewusst „sinnlos“ zu verbringen. Gehe eine Stunde spazieren, ohne einen Podcast zur Fortbildung zu hören, ohne Schritte zu zählen und ohne ein geografisches Ziel zu haben. Erlaube dir dieses absichtslose Sein. Halte dabei inne, wo es dir auch immer ein schönes Gefühl gibt und erlebe, warum es ausgerechnet an dieser besonderen örtlichen Stelle war.
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Magische Werkzeuge schmieden: Erinnere dich daran, was du als Kind gerne getan hast, bevor die Ernsthaftigkeit des Lebens begann. War es das Zeichnen? Das Sammeln von Steinen? Das Bauen von Modellen? Hole eine dieser „nutzlosen“ Tätigkeiten wieder in dein Leben zurück – als reinen Selbstzweck.
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Den Leistungsdruck therapeutisch entmachten: Wenn du merkst, dass dein innerer Perfektionismus so laut und bestrafend ist, dass du absolut keine Leichtigkeit mehr zulassen kannst, ohne sofort Schuldgefühle zu bekommen, ist dies ein klares Signal. Zögere nicht, diesen strengen Antreiber im Rahmen einer Therapie oder professionellen Beratung zu hinterfragen, um dir die Erlaubnis zum Spielen zurückzuerobern.
Ein wichtiger Gedanke zum Schluss: Der Umweg als Ziel
Der direkte, schnellste Weg ist fast nie der, der uns im Leben am weitesten bringt. Wahres persönliches Wachstum, psychologische Flexibilität und innere Resilienz entstehen fast immer auf den Umwegen. Bewahre dir stets ein Stück unbändige Neugier und weigere dich standhaft, dein Leben zu einer reinen, freudlosen Aneinanderreihung von Pflichten verkommen zu lassen.
Seelenweisheiten unserer Wurzeln
Von den Alpen bis zur Küste – Alte Mythen für mehr innere Klarheit

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