Buch "Vom Wunsch zur Wirklichkeit"
von Thomas Eigner MA
Lebensveränderung, ganzheitliche Gesundheit & Potentialentfaltung
5. Blockaden durch Prägung erkennen
Über Ted Turner, den Gründer des Nachrichtensenders CNN, wird folgende Geschichte erzählt: Er sei sein ganzes Leben lang äußerst strebsam und konsequent gewesen und dadurch zu einem der erfolgreichsten Unternehmer in den USA aufgestiegen. 1991 sollte er dafür vom Time-Magazin zum „Man of the Year“ ausgezeichnet werden. Bei der Aufzeichnung der Verleihung sei Turner jedoch im Interview plötzlich in Tränen ausgebrochen und habe laut geschluchzt: „Bist du jetzt endlich zufrieden, Dad?“ Er hatte in diesem Moment offenbar selbst erkannt, dass er sein gesamtes Lebenswerk nur darauf aufgebaut hatte, von seinem Vater endlich gesehen, anerkannt und geliebt zu werden. Wo waren bis dahin seine eigenen wahren Wünsche geblieben? War es dieser Erfolg wert, so lange aus unfreien Motiven heraus zu agieren?
Was treibt uns generell dazu, in einzelnen Lebensbereichen weit über unsere Grenzen zu gehen oder entgegen unseren Wünschen und Bedürfnissen zu leben? Die Antwort darauf liegt meist schon in der frühkindlichen Entwicklung verborgen. Häufig erlebten die Betroffenen, dass sie als Kleinkind zu wenig von ihren Bezugspersonen wahrgenommen wurden. Sie versuchten mit allen erdenklichen Handlungen Aufmerksamkeit zu erregen, bekamen dafür aber kaum Lob, Zuwendung, Anerkennung oder Liebe. Vielfach versuchen sie nun als Erwachsene weiterhin, alles dafür zu tun, um anderen zu gefallen und bemerkt zu werden. Dabei stecken sie ihre eigenen, wahren Bedürfnisse zurück.
Ähnlich geht es jenen Erwachsenen, die als Kind überwiegend nur dann Lob und Zuneigung bekamen, wenn sie sich so verhielten, wie es die Bezugsperson erwartete. Immer schön brav, ruhig und angepasst sein! Ja nicht schmutzig werden und immer tun, was gesagt wird! Bescheiden sein und nicht widersprechen! Nun stehen sie als Erwachsene da und lassen sich auch in Jobs und Partnerschaften alles gefallen, nur um sich wertgeschätzt, anerkannt und geliebt zu fühlen. Erfolg im betreffenden Lebensbereich lässt sich so nur sehr schwer erzielen. Ganzheitlicher Erfolg im Sinne von Zufriedenheit und Lebensglück stellt sich auf diese Art erst gar nicht ein, weil die eigenen Bedürfnisse und Grenzen verdrängt werden.
Andere bekamen wiederum nur dann Aufmerksamkeit, wenn sie eine bestimmte Leistung erbrachten: Lisas Mutter war Klavierlehrerin. Die Mutter hatte von einer großen Karriere für sich selbst geträumt, diese aber nie erreicht. Sie war sehr mit sich selbst beschäftigt und schenkte ihrer Tochter als Kleinkind nur dann wirklich herzliche Aufmerksamkeit, wenn diese sich am Klavier der Mutter betätigte. Da Lisa die Zeit mit ihrer Mutter liebte – wie es alle Kinder tun –, lernte sie nach und nach virtuos Klavier zu spielen und wurde damit recht erfolgreich. Mit 25 Jahren gestand Lisa sich jedoch ein, dass sie mit ihrer Tätigkeit überhaupt nicht glücklich war, und erkannte, dass sie nur für ihre Mutter Klavier gespielt hatte.
Eine weitere Gruppe bilden jene Menschen, die als Kind von ihren Bezugspersonen kaum Grenzen und Regeln gesetzt bekamen. Sie testen diese häufig als Erwachsene noch immer in verschiedenen Lebensbereichen aus, um durch das Erkennen dieser Grenzen Sicherheit und Geborgenheit zu erfahren. Dies geht jedoch häufig zulasten ihrer Gesundheit, weil ihnen das Gespür für die eigenen Grenzen nach wie vor fehlt.
In diesem Punkt ist es weniger wichtig zu erkennen, wer Dich wann so geprägt hat, dass diese Prägung nun Deinem ganzheitlichen Erfolg im Wege steht. Das würde nämlich nur dazu führen, dass Du Deine Konzentration zu sehr auf die Vergangenheit richtest und anderen eventuell Schuldzuweisungen machst. So ist niemandem geholfen. Viel wichtiger ist, dass Du erkennst, wie Du geprägt bist, also wie Du in bestimmten Situationen automatisch und reflexartig handelst.
Moderne Forschungen gehen davon aus, dass bei einem 35-jährigen Menschen bereits 95 % (!) des gesamten Tagesablaufes automatisiert als Routine ablaufen. Du steigst täglich mit demselben Fuß aus dem Bett, hältst die Zahnbürste immer in derselben Hand und erledigst täglich alles auf die gleiche Weise. Du gehst in denselben Job, verhältst Dich dort wie immer, beschäftigst Dich mit stets denselben Menschen, konsumierst dieselben Medien und handelst somit fast vollständig unbewusst. Es braucht schon kleinere oder größere Krisen, um Dich aus Deinem Alltagstrott herauszuholen.
Aber wenn Du so viel Zeit des Tages unbewusst in Routine verbringst, darfst Du Dich nicht wundern, wenn Du auch auf die Reize Deiner Umwelt immer reflexartig auf dieselbe Art und Weise reagierst. Eine Verbesserung Deiner Situation in einem für Dich wenig erfolgreichen Lebensbereich darfst Du auf diesem Weg nicht erwarten. Es verhält sich nämlich so wie in dem Zitat, das Albert Einstein zugeschrieben wird: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."
Dein unbewusst geführtes Routine-Leben hindert Dich also möglicherweise daran, in einem oder gar mehreren Lebensbereichen glücklich, zufrieden und damit ganzheitlich erfolgreich zu werden.
„Ganzheitlicher Erfolg wird durch Selbstbeobachtung und Deine Bewusstheit im Handeln erreicht.“
Besonders in den ersten Lebensjahren lernen wir am meisten durch das Beobachten und Nachahmen unserer engsten Bezugspersonen, also üblicherweise von Vater und Mutter. Dieses Lernen am Modell findet im Kleinkindalter ohne Differenzierung statt. Wir unterscheiden also nicht zwischen „gutem und schlechtem Verhalten“ oder „für mich nützlich beziehungsweise unbrauchbar“, sondern wir übernehmen vieles unreflektiert. So kann es sein, dass wir noch im Erwachsenenalter in bestimmten Situationen cholerisch reagieren, weil wir dieses Verhalten früher so oft am eigenen Vater wahrgenommen haben. Es kommt auch vor, dass manche Menschen sich sogar Gewalttätigkeiten von ihren Beziehungspartnern gefallen lassen, weil die eigene Mutter ebenso immer wieder vom betrunkenen Vater geschlagen wurde. Vielleicht war auch ein Elternteil in der Kindheit kaum zu Hause, weil Arbeit und Leistung für ihn den höchsten Stellenwert hatten, und wir handeln nun als Erwachsene genauso wie er.
In der Aufstellungsarbeit erlebe ich zudem immer wieder, dass Teilnehmer Blockaden durch familiäre Schicksalsschläge in sich tragen. Das mag auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich klingen. Diese Ereignisse fanden jedoch häufig bereits vor deren Geburt statt, und die Betroffenen sind sich oft sicher, dass in der Familie nie jemand darüber gesprochen hatte. Dies können also Blockaden durch übernommene negative Gefühle von Eltern, Großeltern oder anderen Ahnen sein. Häufig stammen diese Gefühle noch von Kriegstraumata der älteren Generation, von früh verstorbenen oder ausgestoßenen Verwandten, abgetriebenen Geschwistern und ähnlichen Ereignissen. Solltest Du also Blockaden in Deinem Leben feststellen, deren Herkunft Du Dir nicht erklären kannst, könnte eine Teilnahme an einer Familienaufstellung für Dich interessant sein. Aber auch in den Bereichen Sport, Gesundheit, Karriere und Organisation/Teamzusammenarbeit helfen Aufstellungen sehr gut dabei, unbewusste Zusammenhänge aufzudecken und daraus neue Lösungsmöglichkeiten zu generieren.
Die Lösung:
Mache Dir bitte unbedingt bewusst, in welchen bestimmten Situationen Du immer wieder automatische Reaktionen zeigst, die Du in Zukunft lieber unterlassen möchtest. Allein das Bewusstmachen löst bereits einen großen Teil des Problems:
Angenommen, Du übernimmst ständig noch mehr Tätigkeiten, als es gut für Dich wäre, nur um dafür Anerkennung zu bekommen. Dann mach Dir das hier und jetzt ehrlich bewusst. Dadurch wird Dir Deine bislang unbewusste automatische Reaktion ab sofort auffallen:
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Im Nachhinein: Anfänglich meist erst, nachdem Du erneut wie üblich reagiert hast.
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Mittendrin: Nach ein paar Malen wird Dir dieses Muster schon bewusst werden, während Du Deine bisher gängige Reaktion zeigst.
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Im Vorfeld: Und wenig später wirst Du bereits vor Deiner sonst üblichen Reaktion erkennen, was Du im Normalfall jetzt tun würdest.
Und genau zu diesem Punkt sollst Du kommen! Denn an diesem Punkt kannst Du ab sofort andere Entscheidungen treffen. Du erhältst dadurch persönliche Freiheit im Tun, anstatt automatisch zu reagieren und Dich danach darüber zu ärgern. Du erhältst Optionen.
Auf den Punkt gebracht: Unbewusstes, automatisches Reagieren auf bestimmte Situationen kann Deinem ganzheitlichen Erfolg im Weg stehen. Bemerke, worauf Du aus Gewohnheit reagierst, anstatt Dich frei zu entscheiden. Dadurch kannst Du am besten erkennen, was Du verändern möchtest, um ganzheitlich erfolgreich zu werden. Nimm Dir dazu täglich Zeit für Dich selbst.
Notiere: Welche Deiner automatischen Reaktionen auf bestimmte Situationen möchtest Du künftig ändern? In welchen Lebensbereichen zeigst Du sie?
Möchtest Du persönliche Unterstützung erhalten? Vereinbare gerne gleich einen Beratungstermin mit mir. (Kontakt zur Terminvereinbarung)
Viel Erfolg! Herzlichst,
Thomas Eigner (über den Autor)
Experte für Lebensveränderung, ganzheitliche Gesundheit und Potentialentfaltung

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