Buch "Vom Wunsch zur Wirklichkeit"
von Thomas Eigner MA
Lebensveränderung, ganzheitliche Gesundheit & Potentialentfaltung
8. Zusatznutzen aufdecken
Ein älterer Witwer, Herr Lang, lag nach einem Verkehrsunfall für etliche Wochen im Krankenhaus. Es dauerte, bis seine Verletzungen verheilt waren und er wieder lernte, selbstständig mobil zu sein. Er genoss die Zeit im Krankenhaus sehr, denn er hatte dort immer Menschen um sich, mit denen er sich unterhalten konnte, er wurde rundum gut versorgt und seine wenigen Verwandten kamen ihn hin und wieder besuchen, was sie sonst nie taten. Endlich kam der Tag der Entlassung. Herr Lang packte seine Tasche, fuhr mit dem Lift ins Erdgeschoss, machte einige Schritte Richtung Taxistand und stürzte ausgerechnet die drei Stufen beim Portier so unglücklich hinunter, dass er sich den Oberschenkelhals brach. Er musste daraufhin erneut für etliche Wochen im Krankenhaus bleiben.
Alles nur ein Zufall, denkst Du? Oder hatte dieser Unfall doch einen zumindest unbewussten Zusammenhang damit, dass Herr Lang nicht zurück in seine Single-Wohnung in völliger Einsamkeit wollte – dass also ein Zusatznutzen für Herrn Lang vorhanden war? Durch den Beinbruch hatte er schließlich erreicht, im Krankenhaus zu bleiben, wo er sich wohl und versorgt gefühlt hatte… Wer weiß?
Du hast bestimmt schon häufig erlebt, dass sich Menschen in Deinem Umfeld – oder gar Du selbst – manchmal äußerst schwer tun, einen Veränderungswunsch umzusetzen. Klassisch sind das Neujahrs-Vorsätze wie „weniger Alkohol trinken“, „mehr Sport machen“, „das Rauchen beenden“, „sich gesünder ernähren“, „Gewicht reduzieren“ und Ähnliches. Aber trotz großen Leidensdrucks, akribischer Planung, einer möglicherweise bereits bezahlten Fitnesscenter-Jahresmitgliedschaft sowie Unterstützung bei der Umsetzung durch Freunde scheitert das Vorhaben „mehr Sport machen und dabei Gewicht reduzieren“ nach wenigen Tagen. Das könnte durchaus daran liegen, dass der Betroffene einen Zusatznutzen von seiner Problemlage hatte.
Ein Zusatznutzen ist etwas, das jemandem Positives aus einer Problemlage gibt oder ihm dabei hilft, etwas subjektiv gesehen noch Negativeres zu vermeiden. Nimm zum Beispiel den Vorsatz „Rauchen beenden“ her. Rauchen ist bekanntlich äußerst gesundheitsschädlich und sehr kostspielig, was die Betroffenen ja selbst wissen. Dennoch fallen mir spontan mindestens 20 Zusatznutzen ein, die einer Raucherentwöhnung im Wege stehen könnten, unter anderem:
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„Rauchen beruhigt mich. Wenn ich damit aufhöre, habe ich keine Ersatzstrategie, die mein Stressniveau senkt.“
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„Wenn ich während der Arbeitszeit nicht immer wieder rauchen gehen würde, müsste ich fast pausenlos durcharbeiten. Das würde ich auf Dauer nicht aushalten.“
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„Rauchen hat für mich schon immer das Image von Coolness und Jugendlichkeit. Wenn ich damit aufhöre, fehlt mir diese Lässigkeit im Leben.“
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„Rauchen unterstützt mich in Situationen, in denen ich mich unsicher fühle. Da habe ich etwas in der Hand, an das ich mich quasi klammern kann. Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, habe ich nichts mehr, womit ich meine Angst lindern kann.“
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„Rauchen verbindet mich mit meiner Familie, meinen Freunden, meinem Partner und/oder meinen Arbeitskollegen. Wenn ich das beende, fühle ich mich nicht mehr zugehörig.“
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„Rauchen liefert mir immer eine gute Ausrede, wenn ich körperlich eine bestimmte Leistung nicht erbringen kann.“
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... und viele mehr.
Diese Zusatznutzen sind den Betroffenen häufig gar nicht bewusst, sondern wirken aus dem Unbewussten heraus. Hinter lang andauernden Krankheiten, Ängsten und Süchten wird häufig ebenso ein Zusatznutzen vermutet. Zumindest würde wahrscheinlich jeder gute Arzt, Therapeut und Coach eine diesbezügliche Abklärung machen, um seinem Gegenüber bestmöglich bei der Veränderung zu verhelfen.
Die Zusatznutzen eines Problems können Dir in jedem Lebensbereich im Wege stehen. Im Sport könntest Du Dir eventuell selbst stets den ersten Platz verbauen, aus Angst vor einem danach noch höheren Erwartungsdruck von außen. Möglicherweise sabotierst Du Partnerschaften aus Furcht vor Einschränkungen in Deiner Freiheit. Mit Spiritualität setzt Du Dich vielleicht deshalb grundsätzlich nicht auseinander, weil Du dann erkennen könntest, dass Du Dein bisheriges Leben völlig unbewusst und ohne wirklichen Sinn gelebt hast. Und Deine Lungenbeschwerden gehen möglicherweise deshalb nicht weg, weil Du sonst in Deinen alten Job zurückkehren müsstest, den Du hasst.
Aus diesem Grund ist es notwendig, dass Du Dir bereits vor einer gewünschten Veränderung bewusst machst, wie Du Deinem persönlichen Erfolg eventuell selbst im Wege stehen könntest. Viele Zusammenhänge sind selbstverständlich komplexer als hier dargestellt. Aber dennoch ist die Auseinandersetzung mit etwaigen Zusatznutzen wesentlich für die Zielerreichung. Und wie es im Volksmund schon lange heißt: „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.“
„Für ganzheitlichen Erfolg ist bewusste Selbstwahrnehmung und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber notwendig.“
Die Lösung:
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Das Anliegen definieren: Finde das Anliegen, das Du verändern möchtest, und beantworte danach die folgenden Fragen ehrlich, deren Antworten Du bitte für Dich unterhalb aufschreibst:
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Was ist das Positive am gegenwärtigen Zustand?
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Was ist daran negativ?
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Was würde sich alles positiv verändert haben, wenn das Anliegen umgesetzt wäre?
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Was würdest Du dabei aber vielleicht verlieren?
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Gibt es Zusatznutzen, die der Veränderung im Wege stehen könnten, und wenn „Ja“, welche?
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Wie würde Dein Umfeld auf die Veränderung reagieren?
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Kannst Du Dir die Veränderung vorstellen, so als würdest Du sie bereits leben? Falls „Nein“, überprüfe, ob das Ziel wirklich optimal zu Dir passt.
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Abwägen: Vergleiche das Aufgeschriebene und sei Dir selbst gegenüber ehrlich: „Habe ich mehr Nutzen vom Ist-Zustand oder durch die Veränderung?“
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Entscheidung treffen: Beantworte Dir die Frage: „Möchte ich die Veränderung immer noch, auch wenn der Ist-Zustand viele Vorteile bringt?“
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Ressourcen ermitteln: Was würdest Du noch zusätzlich benötigen, um die Veränderung umzusetzen? Lege Dir dazu eine neue Liste an.
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Unterstützung holen: Hole Dir jene Unterstützung, die Du zur Umsetzung benötigst – Freunde, Partner, einen Coach etc. Lerne das dazu, was für die Veränderung notwendig ist – durch Bücher, Videos, Vorbilder, Mentoren etc.
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Versprechen abgeben: Mache Dir gegenüber ein Versprechen, bis wann genau Du Dein Vorhaben erfolgreich umgesetzt haben wirst. (Lies dazu auch gerne den Abschnitt „Ziele exzellent gut formulieren“ aus Kapitel 2.) Verschriftliche Dein Ziel und hänge es an den wichtigsten Plätzen in Deinem Haushalt auf.
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Plan erstellen: Schreibe einen Plan, in welchen Teilschritten Du zum Erfolg kommen willst.
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Umsetzen: Setze die Teilschritte um – komm ins Tun!
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Erfolge feiern: Freue Dich über jeden auch noch so kleinen Erfolg! Erkenne ihn an und feiere ihn.
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Dranbleiben: Bleib dran und nimm etwaige Rückschritte als Lernerfahrungen mit (siehe dazu den Abschnitt „Gewinne oder lerne“).
Auf den Punkt gebracht: Zusatznutzen sind zumeist unbewusste Blockaden. Sie sind etwas, das jemandem Positives aus einer Problemlage gibt oder ihm dabei hilft, etwas subjektiv gesehen noch Negativeres zu vermeiden. Je konsequenter und ehrlicher Du Dich mit Dir selbst, Deinen Ängsten und Blockaden sowie Deinen Wünschen und Bedürfnissen auseinandersetzt, desto weniger steht Deinem ganzheitlichen Erfolg im Wege.
Notiere: Welche Vorhaben konntest Du in der Vergangenheit nicht erfolgreich umsetzen? Könnten Zusatznutzen am Scheitern beteiligt gewesen sein, und falls „Ja“: Welche Zusatznutzen waren es?
Möchtest Du persönliche Unterstützung erhalten? Vereinbare gerne gleich einen Beratungstermin mit mir. (Kontakt zur Terminvereinbarung)
Viel Erfolg! Herzlichst,
Thomas Eigner (über den Autor)
Experte für Lebensveränderung, ganzheitliche Gesundheit und Potentialentfaltung

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