Buch "Vom Wunsch zur Wirklichkeit"
von Thomas Eigner MA
Lebensveränderung, ganzheitliche Gesundheit & Potentialentfaltung
34. Den ersten Eindruck nutzen
Martin stand vor dem heimischen Badezimmerspiegel und nickte sich siegessicher zu. Monatelang hatte er auf diesen Tag hingearbeitet: Seine erste große Präsentation vor dem gesamten Vorstand. Jede Folie war ein Meisterwerk, jeder Satz seiner Rede saß perfekt – er hatte die harten Fakten, Zahlen und Tabellen wochenlang auswendig gelernt, bis er sie im Schlaf aufsagen konnte. Was sollte da noch schiefgehen?
Drei Stunden später stand er im vollverglasten Konferenzraum der Chefetage. Doch von der siegessicheren Haltung aus dem Badezimmer war nichts mehr übrig. Mit hochgezogenen Schultern und feuchten Händen klammerte sich Martin an sein Rednerpult, als wäre es ein Rettungsring im offenen Meer. Er starrte stur auf seine Karteikarten, mied jeden Augenkontakt und begann, mit monotoner, brüchiger Stimme seine perfekten Fakten herunterzurattern.
Die Reaktion des Vorstands? Eiskalt. Anstatt Begeisterung zu ernten, konnte Martin förmlich zusehen, wie die Energie aus dem Raum wich. Der Finanzchef begann demonstrativ, auf seinem Handy herumzutippen. Zwei Vorstandsmitglieder tuschelten ungeniert miteinander, während der CEO gelangweilt aus dem Fenster starrte und schließlich kommentarlos den Raum verließ.
Martin spürte, wie ihm ein kalter Schweißtropfen den Nacken hinunterlief. Er verlor den Faden, blätterte panisch in seinen Notizen, stammelte herum und flüchtete sich in ein leises Nuscheln, bis er die Präsentation schließlich völlig abrupt abwürgte. Zerstört sank er auf seinen Stuhl. Er hatte doch inhaltlich alles exakt so abgeliefert, wie er es geplant hatte! Jede Zahl hatte gestimmt! Was um Himmels willen hatte er nur falsch gemacht?
In diesem Zusammenhang rufe ich Dir die 55-38-7-Regel nach Albert Mehrabian in Erinnerung. Er stellte fest, dass es bei Präsentationen und Ähnlichem zu 55 % auf Deine Körpersprache (Körperhaltung, Gestik, Augenkontakt), zu 38 % auf Deine Stimmlage und nur zu 7 % auf den Inhalt Deiner Aussagen ankommt. Offenbar war dies Martin aus der vorangegangenen Geschichte nicht bewusst. Sonst hätte er sich vermutlich mehr um ein selbstbewusstes und charismatisches Auftreten gekümmert als um einen rein auf Inhalt basierenden Vortrag.
Schaue Dir bei Interesse diesbezüglich auch Erläuterungen zum Präsentieren nach dem „4-MAT-System“ an, das ich an dieser Stelle nicht extra erkläre, jedoch sehr empfehle. Es wird Dir wichtige Hinweise darauf geben, wie Du Deine Zuhörer bei Präsentationen besser erreichen kannst. Ebenso könnte „Storytelling“ für Dich interessant sein, um Deine Aussagen mit Geschichten zu untermauern und dadurch mehr Nachhaltigkeit zu erzeugen und Aufmerksamkeit zu wecken.
Der erste Eindruck, den wir von jemandem anderen haben, hängt stark mit unserer Intuition zusammen. Was nimmst Du am anderen wahr? Was strahlt er aus? Wie wirkt er auf Dich? Diese Fragen kann Dein Verstand kaum beantworten, außer Du achtest rein auf Äußerlichkeiten wie Attraktivität, Kleidung, Schmuck und Ähnliches. Viel wichtiger ist häufig jedoch zu ergründen, ob jemand auf Dich sympathisch wirkt oder nicht. Die Antwort darauf findest Du nur im Bauchgefühl mithilfe Deiner inzwischen starken Intuition. „Die Schönheit im Herzen eines Menschen ist erhabener als diejenige, die man mit den Augen sehen kann“, erkannte dazu Khalil Gibran.
Ein Mensch ist uns meistens dann besonders sympathisch, wenn er uns entweder sehr ähnlich ist oder wenn er so ist, wie wir selbst gerne wären. Umgekehrt wirst auch Du von Deinem Gegenüber eingeschätzt, ob ihr euch gut „riechen“ könnt, ob die „Chemie“ zwischen euch stimmt, ob Ihr die gleiche „Wellenlänge“ habt und vieles mehr. Sprachlich deutet der Volksmund bereits an, dass solche Entscheidungen nicht aus dem Verstand, sondern aus der Wahrnehmung heraus getroffen werden.
Nur maximal sieben Sekunden lang dauert es, bis wir dazu ein Urteil über den anderen gefällt haben. Umgekehrt gilt dasselbe. Erstens ist es also wichtig für Dich zu wissen, dass Du Dich stets auf den ersten Eindruck verlassen kannst, den eine andere Person bei Dir hinterlässt. Du brauchst danach gar nicht mehr darüber nachzugrübeln, weil Dein Verstand Dich in diesem Punkt nur verunsichern wird.
Zweitens kann es auf Deinem Weg zum ganzheitlichen Erfolg immer wieder notwendig und sinnvoll sein, selbst Einfluss darauf zu nehmen, wie andere Dich wahrnehmen sollen. Möchtest Du, dass Dein Gegenüber Dich sympathisch wahrnimmt, hast Du neben einem grundsätzlich gepflegten, höflichen und freundlich-wertschätzenden Auftreten auch folgende Möglichkeit: Finde sofort selbst etwas, das Du am anderen sympathisch findest. Dadurch sendest Du aus, Dein Gegenüber ehrlich sympathisch zu finden, was Dich wiederum sympathisch auf Dein Gegenüber wirken lässt. Dies kann zum Beispiel sein, dass Du das Lächeln Deines Gegenübers magst, die selbstbewusste Ausstrahlung, einen exquisiten Parfumduft, ein besonderes Kleidungsstück, das kompetente Auftreten, die feinfühlige, verletzlich wirkende Art und vieles mehr.
Das klappt sogar bei Menschen, die Dir bislang von Grund auf unsympathisch waren. Dazu ist es dennoch erforderlich, irgendetwas ehrlich gemeint Sympathisches an der Person zu finden. Zu diesem Punkt haben wir bereits im Abschnitt „Bewerten und Urteilen bleiben lassen“ im 1. Kapitel dieses Buches vorgearbeitet. Darin steht, dass Du jedes Urteil über jemanden anderen aus Deiner subjektiven Sicht heraus fällst. Eine bestimmte Eigenschaft ist also nur in Deiner Weltsicht „schlecht“, während sie aus Sicht der Person, die diese Eigenschaft besitzt, „gut“ ist.
Übe Dich deshalb immer wieder im Leben darin, für Dich Negatives in Stärken und Positives umzuformulieren, wie es im betreffenden Abschnitt erklärt wird. So hast Du auch sehr schnell etwas parat, das Du an Deinem Gegenüber sympathisch finden kannst, selbst wenn Dir dies zuvor noch unmöglich erschienen ist. Plötzlich ist dann zum Beispiel ein pingeliger Mensch einer, der „genau in der Wahrnehmung und auf größtmögliche Qualität aus“ ist, oder eine häufig unfreundliche Person ist einfach „verletzlich und traut sich deshalb nicht, Nähe zuzulassen, weshalb sie durch Unfreundlichkeit Distanz schafft“ oder Ähnliches.
Die Wahrnehmung, ob Du jemanden sympathisch findest und umgekehrt, funktioniert übrigens auch per Telefon. Studien haben zum Beispiel belegt, dass eine Person am anderen Ende der Leitung bemerken kann, ob Du lächelst oder nicht.
Die übrigen Punkte, mit denen Du außerhalb der sieben Sekunden Erstbewertung noch zu steigender Sympathie beitragen kannst, sind unter anderem:
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Gepflegtes Äußeres: Selbst Wert auf gute Körperpflege zu legen.
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Passende Kleidung: Deinen Kleidungsstil der Gesprächssituation nach zu wählen.
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Souveräner Händedruck: Einen guten Händedruck zu geben – nicht zu fest oder zu sanft; vom Timing her gut; zu feuchte oder zu trockene Hände vermeiden etc.
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Wahre Aufmerksamkeit: Ehrliches Interesse am Gegenüber zu zeigen.
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Freundlichkeit: Immer wieder zu lächeln.
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Persönliche Ansprache: Den Namen Deines Gesprächspartners im Gespräch gelegentlich zu benutzen.
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Spiegeln (Pacing): Deine Körperhaltung jener Deines Gegenübers anzupassen.
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Tonalität: Dein Sprechtempo, Deine Lautstärke und Deine Ausdrucksweise an jene Deines Gesprächspartners anzugleichen.
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Aktives Zuhören: Gelegentlich sinngemäß oder gar wörtlich das wiederholen, was Dein Gegenüber gesagt hat.
„Ganzheitlicher Erfolg wird gefördert, wenn Du anderen offen, wertschätzend und sympathisch begegnest.“
Setze um: Gehe eine Woche lang mit offener Wahrnehmung in Gespräche und finde zu allererst immer etwas Sympathisches an Deinem Gesprächspartner. Wie ging es Dir dabei?
Möchtest Du persönliche Unterstützung erhalten? Vereinbare gerne gleich einen Beratungstermin mit mir. (Kontakt zur Terminvereinbarung)
Viel Erfolg! Herzlichst,
Thomas Eigner (über den Autor)
Experte für Lebensveränderung, ganzheitliche Gesundheit und Potentialentfaltung

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